ESF-Plus-Projekt · September 2026 bis August 2028

Pflegecoach – erfahrene Pflegende coachen Neulinge

Wer gut ankommt, bleibt.

Erfahrene Pflegende begleiten neue Kolleginnen und Kollegen beim Ankommen im Arbeitsalltag. Wir qualifizieren sie dafür: kostenfrei, gefördert aus dem ESF Plus, zugeschnitten auf Ihren Betrieb.

Für ambulante Pflege, stationäre Langzeitpflege, Krankenhäuser und Fachkliniken – unabhängig von Größe und Rechtsform. Durchgeführt von Innovation Pflegen gemeinsam mit dem Internationalen Bund (IB).

389.000beruflich Pflegende erreichen in den nächsten zehn Jahren das Rentenalter – gut ein Fünftel.
seit 2022kommt der Zuwachs an Pflegekräften ausschließlich von internationalen Pflegenden.
Jahr 1Die teuersten Abgänge sind die frühen – in der Probezeit, im ersten Jahr, kurz nach der Anerkennung.

Quellen: Bundesagentur für Arbeit, Blickpunkt Arbeitsmarkt – Pflegeberufe (Mai 2026); Statistisches Bundesamt, Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse 2025.

Die Rolle Pflegecoach

Pflegecoaches halten Leitung und Praxisanleitung den Rücken frei. Praxisanleitende sind für die Auszubildenden da. Die Einarbeitung neuer Kolleginnen und Kollegen läuft in der Praxis oft nebenbei mit. Der Pflegecoach bekommt dafür eine benannte Rolle und eigene Zeit.

Im Team

Pflegecoaches gehören fest zum Team und geben Erfahrung im Alltag weiter – über Monate, nicht in einer einzelnen Anleitungssituation.

Ergänzend

Sie ersetzen die Praxisanleitung nicht, sondern arbeiten parallel zu ihr.

Mit Perspektive

Eine Rolle für Erfahrene ab etwa 50 – auch mit wenigen Stunden und auf Wunsch über die Rente hinaus.

Wer Pflegecoach wird

Erfahrene Pflegende, meist ab etwa 50, lange in der direkten Versorgung. Sie bringen mit, was sich nicht ausbilden lässt: Wissen, das nirgends aufgeschrieben steht, gewachsene Netzwerke und eine Haltung, die man nur vorleben kann.

Die Teilnahme ist freiwillig, die Auswahl treffen wir gemeinsam. Pflegekräfte mit eigener Migrationsgeschichte sind ausdrücklich willkommen. Am Ende steht ein Zeugnis über die Weiterbildung.

Wen sie begleiten

  • Frisch Examinierte – fachlich breit aufgestellt, aber neu in der Verantwortung.
  • Internationale Pflegefachpersonen – nach der Anerkennung geht es um Fachsprache, Team und Dazugehören.
  • Wiedereinsteigende und Quereinsteigende – Abläufe und Routinen neu aneignen.

Rahmen und Ablauf

50–100 Std.Weiterbildung je Pflegecoach, berufsbegleitend und hybrid.
~1 Std./Wochefür die Begleitung je neuer Kollegin oder neuem Kollegen.
keine Kostengefördert aus dem ESF Plus. Ihr Beitrag ist Arbeitszeit.
  1. Monat 1–3

    Vorbereitung

    Bedarfe klären, Ansprechperson benennen, Pflegekräfte auswählen.

  2. ab Monat 4

    Weiterbildung

    Die Qualifizierung beginnt, erste Neue werden begleitet.

  3. im Verlauf

    Erprobung

    Lernen, Austausch und Praxis greifen ineinander.

  4. zum Abschluss

    Regelbetrieb

    Auswerten, was trägt, und die Rolle dauerhaft verankern.

Das bringen Sie ein

  • eine feste Ansprechperson im Betrieb
  • je nach Größe 2 bis 10 freiwillige, erfahrene Pflegekräfte
  • Freistellung, realistisch im Dienstplan – nicht nebenbei
  • Rückendeckung durch die Leitung und einen offenen Blick auf eigene Abläufe

Das erhalten Sie von uns

  • eine kostenfreie Weiterbildung und ein Zeugnis für die Teilnehmenden
  • ein Curriculum, das mit Ihnen entwickelt wird
  • ein Aufgaben- und Rollenprofil für Ihren Betrieb
  • Vorlagen, Checklisten und eine Lernplattform
  • Austausch mit anderen teilnehmenden Betrieben

Das ist ein Erprobungsprojekt, kein fertiges Kursprogramm. Umfang, Rhythmus und Lerngruppen entwickeln wir gemeinsam mit den Betrieben. Nach Projektende im August 2028 bieten wir die Weiterbildung weiter an, dann außerhalb dieser Förderung.

Trägerübergreifende Gruppen

Kleines Pflegeheim, kleiner ambulanter Dienst? Melden Sie sich.

Sie müssen keine zehn Pflegecoaches stellen, um mitzumachen. Wir bauen bewusst Gruppen auf, in denen sich Pflegecoaches aus mehreren Einrichtungen gemeinsam weiterbilden – regional oder überwiegend digital, auch über Sektorengrenzen hinweg.

Ein Betrieb, der mit ein oder zwei Pflegecoaches beginnt, probiert die Rolle unter echten Bedingungen aus und entscheidet danach, ob er sie ausbaut. Klein anfangen ist kein halber Einstieg, sondern oft der klügere.

Lassen Sie uns ins Gespräch kommen

Ob Sie erst einmal Fragen haben oder eine Teilnahme durchsprechen wollen: Schreiben Sie uns oder rufen Sie an. Ein erstes Gespräch dauert etwa 60 Minuten und verpflichtet zu nichts. Ein Einstieg ist jetzt oder im Jahr 2027 möglich, die Plätze sind begrenzt.

Lars Arendt · Innovation Pflegen · lars@innovation-pflegen.de

Projektpartner: Internationaler Bund (IB) – Freier Träger der Jugend-, Sozial- und Bildungsarbeit e. V.

Das Projekt „Erfahrene Pflegende coachen Neulinge in der Pflege“ wird im Rahmen des Programms „Wandel der Arbeit – sozialpartnerschaftlich gestalten“ durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und die Europäische Union über den Europäischen Sozialfonds Plus (ESF Plus) gefördert.